Auf die Wiese, Luise!

Wir haben einen wirklich tollen Garten. Unsere große, pflegeleichte Wiese bietet viel Platz zum Spielen, Grillen und Sonne genießen. Um darüber Herr zu werden und ein bisschen Spaß an der Gartenarbeit zu finden, kaufte mein Mann letztes Jahr einen schicken Sitzrasenmäher. Ein tolles und sehr nützliches Spielzeug wie ich finde. Da wir dieses Jahr mal wieder verpennt haben, frühgenug mit dem mähen zu beginnen, war die erste Mähaktion allerdings trotzdem ein Desaster. Das kniehohe Gras (Unkraut) zu kürzen, war ein Kraftakt den ich hier nicht zu beschreiben vermag. Da das ständige leeren des Fangsackes die Aktion unnötig verlängert hätte, haben wir uns dazu entschlossen, den einfach mal weg zu lassen. Ich kann mich wage erinnern, dass mein Liebster irgendwann noch erwähnte, dass ich das Gemähte auf jeden Fall zusammenrechen muss, da sonst die komplette Wiese am „A…“ist. Ja ich glaube, dass hat er gesagt! Muss in meinem Alltagsstress als arbeitende Mama, pflichtbewusste Hausfrau und (immer noch!) verliebtes Mädel wohl irgendwie untergegangen sein. Meine Lieben, einige Wochen nach der besagten Mähaktion ist mir dann doch aufgefallen, dass unser Rasen in einem verehrendem Zustand ist. Braune Flecken, verkümmerte Grässlein und zwischen drin riesige offene Flächen auf denen nichts mehr übrig ist, bis auf den Planken Erdboden.Es war an der Zeit meinen grünen Daumen zu heben um zu retten was zu retten war.

Heute, an meinem freien Tag fuhr ich in den Baumarkt und kaufte ein: Rosa Gartenhandschuhe, bestickt mit weißen Blümchen (wirklich sehr schick)  Turbonachsaat für einen robusten Rasen Rasendünger 2 Päckchen Wildblumensamen (um ein bisschen Farbe mit in´s Spiel zu bringen) Blaue Kindergießkanne (musste nicht sein, aber ich konnte nicht anders)

Das Kind schnell in den Mittagschlaf geschaukelt, in der Hoffnung es schenkt mir die nötige Ruhe für mein Vorhaben. Kurz vor Zwölf startete ich also den Rasenmährer und wetterte, im Nacken die Mittagsruhe sitzend, über unsere Wiese. Diesmal klappte es einwandfrei und selbst der Fangsack wurde ordnungsgemäß eingesetzt. Die Speerzeit um einige Minuten überzogen, konnte ich mit den Sanierungsarbeiten beginnen. Die Mittagsschlafsfreiheit, die wir Mütter von tiefsten Herzen genießen ist begrenzt, daher musste ich mich auf das Wesentliche konzentrieren. Zeit um Anwendungshinweise zu lesen hatte ich nicht. Box mit Turborasen geöffnet. In einer Hand die Box in der anderen die kleinen Zöglinge und ab über die Wiese damit, bis das letzte Körnchen gestreut war. Anschließend den Sack mit Rasendünger aufgerissen und dasselbe Spiel noch einmal. Ich nahm den Spaten zur Hand und grabte zweimal tief neben der Terrasse um die Erde in bisschen aufzulockern. Zückte die Blumensamen und warf sie schwungvoll hinein. Fertig!

Ein Blick auf die Uhr – gerademal eine knappe Stunde und die Gartenarbeit war vollbracht. Das Kleine schlief immer noch tief und fest. Zur Belohnung setzte ich mich auf die Terrasse, zündete mir eine Fluppe an, neben mir die Rasenbox, der Düngersack und die Beutelchen mit der Aufschrift „Wildblumen“. Warum nicht mal einen kurzen Blick auf die Anleitungen werfen? Unkrautfreier, umgegrabener Boden für die Blümchen? Rasendünger erst sechs Wochen nach dem sähen? Turborasen feucht halten, wenn nötig fünfmal am Tag bewässern?

Ich gebe zu, meine Vorgehensweise weichte etwas von der Beschriebenen ab. Inwieweit überhaupt ein nennenwertes Ergebnis durch die Sanierung rauskommt ist fragwürdig. Das Kind schläft und ich sitze immer noch auf der Terrasse. Ich grüble über professionelle Gartenarbeit und mein Talent dafür. Um das Ganze zu verarbeiten schreibe ich diesen Artikel, rauche eine Zigarette und hoffe auf Regen! Das fühlt sich sehr gut an!

Eure Luise

P.S. Meinem Mann erzähle ich glaub einfach mal nichts von der Aktion

P.S.S. Falls in absehbarer Zeit ein Erfolg ersichtlich ist, halte ich Euch auf dem Laufenden.

 

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5 Gedanken zu “Auf die Wiese, Luise!

  1. luiseshorty sagt:

    nach dem Regen kam die Dürre…
    Ein nennenswertes Ergebnis gibt es leider noch nicht. Positiv bewerte ich, dass die Samen noch auf den kahlen Stellen liegen und nicht Opfer der hungrigen Vögelein wurden.
    Kommentar vom Ehemann: Wortloses Kopfschütteln

    Gefällt mir

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