Exposé Du Arsch

Vor einigen Wochen war es so weit. An irgendeinem Wochentag, kurz vor Mitternacht, schrieb ich mein Buchmanuskript fertig. Was für ein Fest. Mein Notebook, mein Sofa, ich und das geile Gefühl, den Punkt auf die letzte Seite zu setzten. Ich sprang auf, streckte meine Arme in die Luft, bewegte mich rhythmisch zur Stille und quietschte vor Glück.

Mein Trieb ein komplettes Buch zu schreiben war befriedigt. Lange Nächte, heftiger Schreibwahn, völlige Kopfleere und die Sehnsucht nach dem Ende gehörten der Vergangenheit an. Ich hatte es geschafft. Das Projekt war vollendend und ich fühlte mich großartig.

Dramatisch ist, dass bereits einige Tage nach meinem Glücksquietscher, der Stoff für das nächste Buch in meinem Kopf schwirrte. Der Drang wird größer. Bis dato schaffe ich es mich mit meinem Blog über Wasser und den altbekannten Trieb im Zaum zu halten. Anfangen werde ich mit dem Nächsten nicht. Ist doch bescheuert. Ich kann nicht ein Manuskript nach dem anderen schreiben und nicht im Geringsten eine Ahnung davon haben, wie gut ich bin. Ich habe mich entschieden. Wenn mein erstes veröffentlicht wird, schreibe ich das Zweite. So schaut´s aus. Manch tiefgründige Zungen mögen behaupten, mein schreibt für sich und es ist Wurst, ob es gedruckt wird oder nicht. Das dachte ich bis zu jenem Moment, an dem mir klar wurde, dass ich es schaffe, mein Manuskript fertigzubringen.

Jetzt will ich mehr. Will wissen was ich kann. Verzapfte ich mit meinen Zeilen Bullshit? Oder ist es eine feine Leselektüre, die es verdient hat veröffentlicht und gelesen zu werden. Ich träume von Lesungen in verrauchten Bars und kleinen Cafés. Möchte mit einem Lektor arbeiten und von ihm lernen, einen Verlag der mich betreut und eine Leserschaft die ich begeistere.

Deshalb gehe ich mit meinem Manuskript in die nächste Runde. Habe es für einige Zeit nicht angeschaut und durchlebe bei der Korrektur ungeahnte Höhen und Tiefen. Fakt ist, dass ich an manchen Stellen keine Ahnung habe, wie ich solch einen Schmarrn schreiben konnte. Genial ist, es macht Spaß und ich bin gierig darauf der Geschichte den letzten Schliff zu geben. Bald darf ich wieder quietschen.

Die Recherche nach Verlagen, die Meinungen von kritischen Könnern aber auch das Schreiben des Exposés ist eine fabelhafte Lehrstunde für mich.

Vor allem Letzteres, bringt mich an meine Grenzen. Dieses verflixte kleine Scheißerchen, soll der Norm entsprechen aber einmalig sein. Nichtssagend geht nicht, zu viel sagen auch nicht. Alles Wichtige muss erwähnt sein, mehr als vier Seiten darf es nicht lang sein. Optisch und inhaltlich ein Kracher, der binnen wenigen Sekunden den Verlagsmenschen davon überzeugen muss, dass mein Manuskript lesenswert ist. Ich will nicht jammern, im Gegenteil. Die Challenge fordert und ich höre erst auf, wenn das Ergebnis vorzeigbar ist.

Wenn ich aber wieder davor sitze, grüble, streiche, korrigiere, optimiere, dann denk ich schlichtweg:

EXPOSÉ, DU ARSCH.

Ich weiß nicht, wie es Euch geht. Wenn man einen Gedanken mindestens dreimal hatte, dann ist er doch einen Beitrag wert. Oder nicht?

Schreibgeile Grüße

Eure Luise.

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12 Gedanken zu “Exposé Du Arsch

  1. misstueftelchen sagt:

    Ganz viel Erfolg mit dem ersten Buch, wünsche auch ich…
    Ein kleiner Gedanke ist mir zu dem Beginnen eines Zweiten gekommen…
    Was, wenn das erste Buch nicht so ankommt wie du dir wünschst, du dann das zweite nicht anfängst, aber das wäre dann vielleicht noch mehr ein Lesewahnsinn als das Erste? Doch niemand würde das je erfahren..
    … wäre das nicht sehr schade?

    Gefällt 1 Person

  2. haluise sagt:

    wenn du anhängig bist von der bewertung, dann schreib nicht.
    fühle DICH GUT und GUT IST.
    lass DEINE ENERGIE fliessen, sperr DICH nicht in einen käfig.
    DU wirst DICH mit jedem mal verändern/?verbessern? auch ohne blah-blah von andern.
    diese haben ihren eigeten weg oder oft genug keinen..

    LEBE DICH !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Gefällt 1 Person

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